PNP 19.07.16: Unverändert auch mit 80

Veröffentlicht am 22.07.2016 in Allgemein

Das waren noch Zeiten: Ein Eintrag in seinem früheren Reisepass erinnert Hermann Wimmer stets daran, wie es war, als Europa noch durch Grenzen geteilt war. So musste er im August 1953 beim Grenzübertritt am österreichischen Steinpass selbst noch die Radlmarke und die Rahmennummer exakt angeben, ehe er von den Grenzern ins Nachbarland gelassen wurde. ? Fotos: Kleiner

Alt-MdB Wimmer feierte am Montag seinen Runden – Statt der Politik bestimmt jetzt das Private

Neuötting. Es ist das dritte Treffen in zehn Jahren – zum 70., 75. und jetzt eben zum 80. Geburtstag. Vieles hat sich in dieser Zeit verändert, doch eines ist gleich geblieben: Egal ob 2006, 2011, oder eben jetzt, nochmals fünf Jahre später: An Hermann Wimmer ist der Zahn der Zeit nahezu spurlos vorbeigegangen. "Rein optisch betrachtet muss ich gestehen: Ich sehe keinen Unterschied zu dem Hermann Wimmer von damals", befand denn auch Landrat Erwin Schneider gestern bei einem Empfang im Landratsamt für den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten.

Mehr als 60 Jahre ist es her, dass Hermann Wimmer die Sozialdemokratie für sich entdeckt hat. Zeitgleich mit Altlandrat Seban Dönhuber trat der Maschinenschlosser den Genossen 1955 bei. Über den Ortsvorsitz in seiner Heimatstadt kam der Neuöttinger in den Stadtrat und Kreistag. 1976 schließlich stand der große Sprung nach Bonn an − als Abgeordneter des Bundestags.

18 Jahre lang hat Hermann Wimmer dem Parlament angehört. Als er 1996 ausschied, zog er eine klare Trennlinie. Seitdem hält er sich politisch zurück – und ist von der Richtigkeit dieser Entscheidung bis heute überzeugt. "Entweder ärgert man andere, weil man recht gescheit daherredet, oder es heißt, dass du nichts verstehst, weil das heute ganz anders ist", so seine Begründung, warum für ihn das große politische Einmischen nicht mehr in Frage kommt.

Im Kreis der Familie und politischer Weggefährten: Hermann Wimmer mit seiner Frau Martha und Enkeltochter, umgeben von (v.l.) Landrat Erwin Schneider, Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder, Staatsminister a.D. Gerold Tandler, Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer, MdL Günther Knoblauch, Altbürgermeister Willi Wurm, Altlandrat Seban Dönhuber, MdL a.D. Fritz Harrer und SPD-Fraktionschef Hans Steindl.

Im Kreis der Familie und politischer Weggefährten: Hermann Wimmer mit seiner Frau Martha und Enkeltochter, umgeben von (v.l.) Landrat Erwin Schneider, Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder, Staatsminister a.D. Gerold Tandler, Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer, MdL Günther Knoblauch, Altbürgermeister Willi Wurm, Altlandrat Seban Dönhuber, MdL a.D. Fritz Harrer und SPD-Fraktionschef Hans Steindl.

Nur gestern, da machte Hermann Wimmer für ein paar Minuten eine Ausnahme von der sonst strikten Regel. Ein paar Worte zur großen Politik wolle er dann schon noch loswerden, sagte er in die Runde der Gratulanten, darunter politische Weggefährten der ersten Stunde wie Staatsminister a. D. Gerold Tandler und der frühere Bezirksrat Willi Wurm.

Besonders der immer härtere politische Ton, das viele Meckern und die zunehmende Abneigung gegen Europa sind es, die Hermann Wimmer umtreiben. Manche Länder würden sich aus dem Staatenverbund nur die Rosinen rauspicken, auch die Briten würden noch einsehen müssen, dass ihre Austrittsentscheidung "weder England noch Europa dient", ist der 80-Jährige überzeugt. Umso mehr fordert er, "alles daran zu setzen, dass Europa wieder attraktiver wird" – schließlich weiß er selbst noch bestens, wie es war, als die Grenzen noch wirklich solche waren. Alleine schon ein Eintrag aus den 1950ern in seinem erhalten gebliebenen Uralt-Reisepass erinnert ihn stets daran. Akribisch ist dort auf einer Seite aufgeführt, dass er am 8. August 1953 mit einem Fahrrad der Marke Ottinga den deutsch-österreichischen Grenzübergang Steinpass passiert hat. Selbst die Rahmennummer musste er den Grenzern noch angeben. "So war das damals", blickte er gestern am Rande der Feierlichkeit zurück.

Heute immerhin muss sich Hermann Wimmer mit derlei Unannehmlichkeiten nicht mehr rumschlagen. Statt des Politischen steht das Private im Vordergrund. Die Familie, der große Garten, das Radfahren, Karteln und der stets für 11 Uhr angesetzte Frühschoppen. Dass das Fußballspielen und Skifahren nicht mehr geht, kann der mehr als rüstige 80-Jährige da verschmerzen. "Ich bin mit meinem Leben eigentlich zufrieden", so sein Fazit.

Zufrieden mit ihm und seiner Arbeit ist nicht nur er selbst. Von einem "authentischen Politiker" sprach am Montag Landrat Erwin Schneider. Wimmer habe anders als so mancher "keine Schauspielerei" betrieben. Vielmehr sei er einer jener Charaktere, "die eins sind mit dem, wie sie als Person auftreten und was sie als Mensch für das Gemeinwohl leisten". Unermüdlich sei bei ihm nicht nur der Einsatz, sondern auch die Glaubwürdigkeit und der Realismus, befand der Landrat, der dem 80-Jährigen zudem noch eine gesunde Dosis an Zynismus bescheinigte.

Diesen, seine Tatkraft und auch seinen gesunden Menschenverstand solle er sich erhalten, schloss Schneider schließlich seine Wünsche an Wimmer, ergänzt um die Hoffnung, dass man in fünf Jahren, zum 85. Geburtstag erneut zusammenkommen wird. Und wohl nur die wenigsten würde es überraschen, sollte der Zahn der Zeit Hermann Wimmer auch bis dahin noch verschont haben. − ckl

 

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