PNP 21.07.15: Frauen im Fokus der EU-Politik

Veröffentlicht am 24.07.2015 in Presse

Haben Erfahrungen mit der Frauenpolitik im Europäischen Parlament: die Abgeordnete Maria Noichl (rechts) und die Referentin Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, die bis 2004 dessen Mitglied war. Fotos: FUND

SPD-Frauensymposium im Forum – Gleichberechtigung als Basisthema

Altötting. Maria Noichl, seit 2014 SPD-Abgeordnete im Europäischen Parlament, schlug am Freitagnachmittag im Kultur + Kongress Forum Altötting einen weiten Bogen: Ihr erstes Frauensymposium thematisierte die Arbeit in der EU, schilderte den Zusammenhang zwischen der Gleichstellungs- und der Entwicklungspolitik für arme Länder und ging dann noch auf den Alltag der Frauen hierzulande ein. In ihrem Eingangs-Statement kritisierte sie, dass Frauenpolitik oft nur gemacht werde, wenn gerade Geld da sei. Dabei sei die Gleichberechtigung von Mann und Frau doch ein Basisthema.

Diese Überzeugung ließ auch die Hanseatin Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath durchblicken. Die Sozialdemokratin gehörte von 1989 bis 2004 dem EU-Parlament an. Sie wies zunächst darauf hin, dass die Armut auch in europäischen Staaten weiter steige. Der Anteil der Alleinerziehenden, die nur 60 Prozent des Durchschnittseinkommens der EU erzielten und damit als arm gelten müssten, werde immer größer. Die Integration unterentwickelter Regionen sei nicht nur ein Mittel, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen und eine wirtschaftliche Entwicklung in Gang zu setzen, sondern auch ein Rezept für eine friedlichere Weltordnung. Die EU wolle deshalb für ein Rahmenwerk, das die Vereinten Nationen im September 2015 beschließen wollten, 17 neue Ziele für eine Erneuerung der Weltordnung einbringen. Auf der Agenda der EU stünden die Gleichberechtigung und der Kampf gegen Gewalt, die gegen Frauen und Mädchen ausgeübt wird, ganz oben.

Dagmar Wasserrab aus Burghausen (rechts) schrieb wie einige andere Besucherinnen für Annette Heidrich nieder, was passieren würde, wenn die Frauen einen Tag lang streiken würden. − Fotos: Fund
 

Dagmar Wasserrab aus Burghausen (rechts) schrieb wie einige andere Besucherinnen für Annette Heidrich nieder, was passieren würde, wenn die Frauen einen Tag lang streiken würden. − Fotos: Fund

 

"Frauen stellen die Mehrheit der Menschheit, aber auch der Armen, Hungernden und Analphabeten", erklärte die Professorin. Sie bezeichnete die Frauen als eine Art Schlüssel für die Entwicklung, weil sie das Rückgrat der Wirtschaft in unterentwickelten Ländern seien. Ihrer Meinung nach sollte eine gezielte Frauenförderung in Entwicklungsländern finanziert werden. Nachdem sie einige Förderprojekte des Marie-Schlei-Vereins geschildert hatte, dessen Vorsitzende sie ist, lautete das Fazit von Randzio-Plath: "Es lohnt sich, in die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu investieren."

Nach dem Ausflug in die weite Welt lenkte die medizinische Fachangestellte und Präventologin Sabine Krause-Lackerbauer den Blick der rund 40 Zuhörer ins Innere – auf den Stress berufstätiger Frauen, die durch eine Doppelrolle in der Familie und im Beruf stark belastet werden. Ihnen versuchten Präventologen, deren Berufsausbildung seit 2003 staatlich anerkannt sei, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Referentin schilderte, dass Stress individuell von einem Antrieb in eine Belastung umschlage. Bevor er zu Erschöpfung und zur Antriebslosigkeit führe, müsse man durch ein verbessertes Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung gegensteuern.

Die Burghausenerin riet den Zuhörern, unter denen sich nur eine Handvoll berufstätiger Männer befand, regelmäßig "in sich hineinzuhören" und "Achtsamkeitsübungen" zu machen. Stress-resistente Menschen würden sich regelmäßig auf ihre Stärken besinnen, Probleme lösungsorientiert bewältigen und den Alltag gelassener angehen.

Mit der geschlechtsneutralen Sprache hatte die Tochter der Präventologin, die Doktorandin und freiberufliche Beraterin Simone Lackerbauer, als letzte Referentin ein sperrigeres Thema gewählt. Sie erklärte, dass es wichtig sei, sprachlich nicht mehr nach Geschlechtern zu unterscheiden, um niemanden zu stigmatisieren.

Annette Heidrich, stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende für den Landkreis Altötting und 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), hat ihre Genossin Maria Noichl bei der Vorbereitung des Symposiums unterstützt. Für dessen Besuch sei in ganz Oberbayern geworben worden, sagte Heidrich dem Anzeiger. In ihrem Grußwort erklärte Heidrich, sie wolle nach dieser Auftaktveranstaltung einmal im Jahr Referentinnen einladen, die aus Frauensicht zu Themen Stellung nehmen, die Frauen als wichtig empfinden. − dif

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zum Bericht von RFO

 

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